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Wir planen die größte Agri-PV Anlage Deutschlands

Carina Emig vom MDR Sachsen-Anhalt berichtet:


In Sachsen-Anhalt soll auf 34 Hektar Ackerland der größte Agri-Photovoltaik-Park Deutschlands entstehen – bei Apenburg im Altmarkkreis Salzwedel. Der Gemeinderat hat dem jetzt zugestimmt. Die zukunftsweisende Technologie ermöglicht gleichzeitig Landwirtschaft und Stromerzeugung parallel auf einer Fläche.

  • Bei Apenburg im Norden von Sachsen-Anhalt soll der größte Agri-Photovoltaik-Park Deutschlands entstehen.

  • Die dahinter stehende Technologie ermöglicht, Strom zu erzeugen und die Fläche weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen.

  • Geht alles nach Plan, soll die Anlage in den kommenden eineinhalb Jahren fertig gebaut werden.

Der altmärkische Landwirt Paul-Werner von der Schulenburg ist unterwegs auf seinem Acker bei Apenburg. Das mehr als 21 Hektar große Gebiet befindet sich direkt gegenüber seines Ökolandbaubetriebs. Hier möchte der 85-Jährige nun das größte Agri-Photovoltaik-Modellprojekt Deutschlands starten. Aber nicht allein. Auch die neun umliegenden Landbesitzer sollen auf einer Gesamtfläche von dann 34 Hektar mitziehen.


Über Monate hat sich Ökolandwirt von der Schulenburg auf die Apenburger Gemeinderatsitzung vorbereitet, hat mit Apenburger Bürgern, besorgten Landwirten und Politikern aller Ebenen gesprochen und Verbündete für sein innovatives Vorhaben gesucht.


Die Idee dafür hat von der Schulenburg mit der Solar Provider Group entwickelt. Von der Solar-Firma mit Sitz in Kanada, den Niederlanden und Teutschenthal in Sachsen-Anhalt bekommt er Rückendeckung, denn die würde das Agri-Photovoltaik-Projekt realisieren.



Die Module werden auf einer Achse nachgeführt, dazwischen kann bewirtschaftet werden.

Flächen können weiter landwirtschaftlich genutzt werden

Das Besondere an der Agri-Photovoltaik in Apenburg: Die Flächen können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, weil die Abstände zwischen den Solarmodulen bis zu 14 Meter betragen. Das macht es möglich, dass zum Beispiel Schafe zwischen den Modulen grasen, Bienenkörbe aufgestellt oder Ackerpflanzen angebaut werden, denn selbst große Landmaschinen passen zwischen den Reihen durch. Zudem sei das Projekt gut für den Klimaschutz und spüle über die Gewerbesteuer Geld in die Apenburger Gemeindekasse, ist Paul-Werner von der Schulenburg überzeugt.


Für von der Schulenburg schließen sich ökologisches Handeln und innovative Technologien ganz und gar nicht aus. So betreibt der Landwirt und Unternehmensberater auf Gut Apenburg seit 30 Jahren erfolgreich Ökolandbau und war damit einer der ersten in der Altmark. Auf seinen Äckern, Wiesen und Wäldern gedeihen ausschließlich Bio-Produkte wie Saatgetreide und Kartoffeln. Seine Rinderherden weidet er ganzjährig unter freiem Himmel. Darüber hinaus setzt von der Schulenburg schon lange ganz bewusst auch auf moderne Maschinen, digitale Technik und erneuerbare Energien.


Bau übersteigt bestehende Anlagen um das 30-fache

Auf der Gemeinderatssitzung informiert Liza Cornils von der Solar Provider Group die teilweise noch skeptischen Räte. Dazu muss man wissen, dass das Vorhaben in Apenburg die Größenordnungen der bestehenden Anlagen um das 30-fache übersteigt. Die Apenburger Anlage wäre damit der bislang größte Agri-Photovoltaik-Park in Deutschland. Die Apenburger Ratsmitglieder beschäftigen sich schon lange mit dem Thema Solar, haben für ihre Gemeinde eine Handlungsempfehlung entwickelt. Sehr gute Orientierung bietet auch der kürzlich veröffentliche Leitfaden des Frauenhofer-Institut "Agri-Photovoltaik: Chance für Landwirtschaft und Energiewende. Ein Leitfaden für Deutschland".


Liza Cornils erklärt, dass die Anlage als Sonnennachführsystem geplant ist, sich also automatisch nach dem Stand der Sonne ausrichtet. Zudem wird der Solar-Park von außen durch den Hecken- und Blühstreifen-Sichtschutz kaum erkennbar sein und den Blick in die grüne Landschaft nicht stören. Weiter spricht sie darüber, wie genau auf der Fläche weiterhin Landwirtschaft betrieben werden und warum der Strom lokal, kostengünstiger und preisstabiler in und um Apenburg verkauft werden kann.


Am Ende stimmen die Gemeinderäte dem Bebauungsplan zu und legen damit den Grundstein für die Agri-Photovoltaik-Modellregion Apenburg. Paul-Werner von der Schulenburg ist glücklich über den Ratsbeschluss. In eineinhalb Jahren soll die Anlage nun entstehen und seine Heimat mit grünem Strom versorgen.

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